Das Wort Polyamorie setzt sich aus den beiden Begriffen Poly (aus dem Lateinischen für „mehrere“) und Amorie (aus dem Lateinischen für „Liebe“) zusammen. In der Alltagssprache werden auch oft die Ausdrücke Mehrfachliebe oder Vielfachliebe gebraucht.

Doch was ist Polyamorie denn nun? Polyamorös zu leben bedeutet kurz gesagt einfach nur, mehr als eine Person zur selben Zeit erotisch zu lieben. Im Gegensatz zum Fremdgehen geschieht dies hier mit der Einwilligung aller Beteiligten.
In der Praxis kann die Polyamorie viele verschiedene Formen annehmen und sehr unterschiedliche Lebensmodelle umfassen.
So ist es zum Beispiel möglich, mehrere voneinander unabhängige Beziehungen zu haben. In manchen Fällen gibt es eine Hauptbeziehung (primäre Beziehung) und eine oder mehrere Nebenbeziehungen (sekundäre Beziehungen). Hierbei spricht man von einem hieratischen Modell. Beim anarchischen Modell wiederum stehen alle Beziehungen auf der gleichen Stufe und kein/e Partner/-in wird bevorzugt oder höhergestellt.

Auch beispielsweise Dreiecksbeziehungen (oder Vierecksbeziehungen usw.) sind eine Facette der Polyamorie. Dieses Modell besteht aus nur einer Beziehung, welche aus mehr als zwei Partnern zusammengesetzt ist.
Doch wie bei so vielen Beziehungsmodellen sind auch die verschiedenen Zusammensetzungsmöglichkeiten der Polyamorie vielfältig und immer individuell gestaltet.

Wo sind die Unterschiede zu Polygamie und der offenen Beziehung?

Das Beziehungsmodell der Polyamorie beschreibt das einfache Ausleben mehrerer Liebesbeziehungen und ist in Deutschland vollkommen legal. Die sogenannte Polygamie hingegen beschreibt eine Ehe mit mehreren Partnern. Während die Vielehe vor allem in afrikanischen Ländern, sowie dem asiatischen Kulturraum erlaubt ist, wird das Ausüben von Polygamie in den meisten Ländern jedoch abgelehnt und verboten. Auch in Deutschland ist das Heiraten mehrerer Partner illegal.

Oftmals wird Polyamorie als Form einer offenen Beziehung bezeichnet, es gibt jedoch einen ziemlich gewichtigen Unterschied: Innerhalb einer offenen Beziehung wird den Beziehungspartnern lediglich sexueller Freiraum eingeräumt – es ist also erlaubt, mit Außenstehenden zu schlafen oder kürzere Affären zu haben. Dabei spielen natürlich die individuell abgesprochenen Regeln eine große Rolle. Lebt man hingegen polyamorös, hat man die Möglichkeit tatsächlich mehrere Beziehungen mit mehreren Partnern gleichzeitig zu führen. Häufig wird die Polyamorie als eine Art weiterentwickelte Form der offenen Beziehung aufgefasst.

Quelle, Titelbild: Pixabay

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